September 29, 2017

Wie man sich kleidet, so schläft man ...

Im Bett dreht sich alles um bequemen Komfort. Das Kissen sollte den Nacken entlasten, die Matratze beste Voraussetzungen für eine ruhige Bettruhe schaffen und die Decke der Jahreszeit angepasst sein, um dem Körper leichtes, unbeschwertes Ein- und Durchschlafen zu ermöglichen. Doch ebenso wie die Mode am Tag ganz bestimmte Funktionen erfüllt - beispielsweise beim Sport leicht und atmungsaktiv oder im Büro seriös sein soll - spielt auch die Nachtwäsche für viele Menschen eine wichtige Rolle bei der abendlichen Entspannung. Erst, wenn sie in ihr Lieblingsnachthemd oder den wärmenden Pyjama geschlüpft sind, können sie wirklich abschalten.

 

Doch wie hat sich die Nachtmode im Laufe der Jahrhunderte eigentlich verändert und wann begannen Menschen überhaupt damit, bestimmte Bekleidung für die Stunden im Bett zu entwickeln? Lassen Sie sich von unserem Blick in die Geschichte inspirieren!

Die Geschichte von Nachthemd. Pyjama und Co. beginnt wohl in der Neuzeit in Italien. Vorher wurde schlicht nackt oder in einem Tageshemd geschlafen. Im 16. Jahrhundert eroberte das Nachthemd vom Süden aus den Kontinent. Es war meist aus Leinen gefertigt - ein Stoff, der im Winter wärmte und im Sommer angenehm kühlte. Auch die Langlebigkeit, Robustheit und Bequemlichkeit des Leinens wurde und wird bis heute geschätzt. Darüber hinaus sollte das meist schlicht, schmuck- und kragenlos gehaltene Nachthemd gerade in der Umbruchszeit vom Mittelalter zur Renaissance die züchtigen Umgangsformen zwischen Mann und Frau wahren.

Zunächst waren beide Geschlechter unter der Bettdecke gleich gekleidet, bis sich im 17. Jahrhundert für den Mann eine lange Unterhose etablierte, die nächtens unter dem Hemd getragen wurde - die Anfänge des Schlafanzugs. Frauen blieb zwar noch bis zum 20. Jahrhundert ausschließlich das Nachthemd vorbehalten - trotzdem wurde die Nachtmode im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts immer individueller.

Üppig verzierte Bettjacken oder opulente Modelle aus Seide dienten fortan weniger dem Komfort, sondern erhielten den gesellschaftlichen Status bis ins Bett hinein aufrecht. Wer es sich leisten konnte, wollte sich auch im Bett luxuriös ausstatten. Aus der Kombination Nachthemd plus Nachthose für den Herrn entwickelte sich nach und nach der modische Pyjama. Ursprünglich leitet sich der Begriff von leichten, weiten Hosen ab, wie sie in Indien getragen und von britischen Kolonialherren in der westlichen Welt verbreitet wurden. (mehr zur Geschichte der Nachtwäsche finden Sie hier)

Heute hat man im Bett die Qual der Wahl: Pyjama, Unterwäsche oder doch lieber nackt? Generell ist die Entscheidung eine Frage des Geschmacks und des Komforts. Atmungsaktiv und ohne drückende Nähte sollte die Nachtwäsche sein. Aus hygienischen Gründen empfiehlt es sich Experten zufolge außerdem, auf eng anliegende Unterwäsche verzichten. Ansonsten gilt: ein angenehmes Wohlgefühl ist rund um den Schlaf das A und O.

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