August 17, 2017

Schweißtreibende Nächte - Wie unser Wärmehaushalt den Schlafkomfort beeinflusst

Viele Menschen kennen das Problem: Nach einem langen Tag sehnt man sich eigentlich nach einer erholsamen Portion Schlaf, doch der Körper kommt einfach nicht richtig zur Ruhe. Es fühlt sich an, als wäre es plötzlich dauerhaft zu warm. Nächtliches Schwitzen, feuchte Bettlaken sowie unruhiges Hin- und Her-Wälzen auf der Suche nach Abkühlung können die Folge sein. Im Sommer werden diese Effekte durch aufgeheizte Räume oder zu warme Bettwäsche meistens noch weiter verstärkt, doch diese oder ähnliche Probleme mit dem nächtlichen Schlafklima können das ganze Jahr hindurch für ruhelose Nächte sorgen. 

 

Die Ursache für Probleme mit dem nächtlichen Temperaturhaushalt unseres Körpers liegt neben äußeren Faktoren wie falscher Ernährung am Abend oder körperlicher Aktivität vor dem Zubettgehen in unserem Bio- bzw. Zirkadianen Rhythmus begründet. Die Körpertemperatur des Menschen liegt normalerweise zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius. In diesem Bereich unterliegt sie natürlichen Schwankungen - und zwar unabhängig von Faktoren wie Sport oder Krankheit. Während die Körpertemperatur am frühen Abend ihr Maximum erreicht, fällt sie im Laufe der Nacht ab und erreicht in der zweiten Nachthälfte bis zum frühen Morgen ihren Tiefpunkt. Bis zu 1 Grad Celsius kann der Unterschied zwischen Temperaturmaximumund -minimum betragen.

Die Absenkung und damit Regulierung der Körpertemperatur in der Nacht ist für unseren Körper von enormer Bedeutung. Während der Nachtruhe wird der Stoffwechsel heruntergefahren, die Muskelaktivität auf ein Minimum reduziert und überschüssige Wärmeenergie, die durch den vorher produktiveren Stoffwechsel generiert wurde, an die Umgebung abgegeben.

 

Kann der Körper den Wärmehaushalt nicht wie vorgesehen regulieren, sucht er andere Wege, um seine Kerntemperatur abzusenken. Der effektivste Weg: nächtliches Schwitzen. Die Schweißdrüsen beginnen in allen Körperregionen Feuchtigkeit zu produzieren. Durch die Verdunstung der Flüssigkeit auf der Hautoberfläche soll eigentlich ein kühlender Effekt eintreten - im Bett sind jedoch feuchte Bettwäsche und ein unangenehmes Liegegefühl vorprogrammiert. Außerdem wird durch das Schwitzen des Körpers der Stoffwechsel – anders als in der Nacht vorgesehen - angekurbelt. Faktoren, die unsere Nachtruhe stören können. Denn da der Körper in extremen Fällen die ganze Nacht schwitzt, kann das Ganze zu einem schlafraubenden Problem werden.

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